2. Der Beginn der freiwilligen Brandbekämpfung

2. Der Beginn der freiwilligen Brandbekämpfung

 

Im Oktober des Jahres 1864 beantragte die Polizeibehörde beim Magistrat der Stadt die Anschaffung zeitgemäß konstruierter Spritzen. Zu ihrer Bedienung sollten 24 Handwerker gegen Lohn angestellt werden. Diese Maßnahmen erschienen der Stadtverordnetenversammlung unzureichend. 1866 gab es ein großes Feuer in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Dabei waren viele Löschgeräte reparaturbedürftig und zum Teil sogar unbrauchbar geworden. Aber die Sorge war groß. Die Stadtverordnetenversammlung schlug dem Magistrat vor, die Spritzen durch Freiwillige bedienen zu lassen. Am 6.August 1867 fanden sich 30 Turner zusammen. Sie bildeten die freiwillige Turnerfeuerwehr unter dem Kommando von Carl Loose. Dieses Datum gilt seitdem als Gründungstag der freiwilligen Feuerwehr in Neuruppin

Mitglieder der Turner-Feuerwehr um 1873

Mitglieder der Turner-Feuerwehr etwa um 1873; auf der Vorderseite der Drillichkittel waren die Buchstaben T und F gestickt. In der Mitte sitzend Turnlehrer Carl Loose - Begründer und Kommandeur der freiwilligen Turner-Feuerwehr in Neuruppin.

 

Nun bestanden in der Stadt folgende Brandschutzkräfte: 120 verpflichtete Bedienungsmannschaften, 60 Hausbesitzer mit Eimern und 24 Mann Feuerwache, dazu die 30 Mann Turnerfeuerwehr. Die Turner wurden bald zum zuverlässigen und stets einsatzbereiten Kern der städtischen Löschkräfte. In anderen Städten entstanden um diese Zeit ebenfalls Turnerfeuerwehren als Vorgänger eigenständiger freiwilliger Feuerwehren. Wer war nun der Gründer und tatkräftige Förderer der hiesigen Turnerfeuerwehr? Carl Loose hatte nach der Lehrerausbildung, einschließlich Turnkursus, 1859 an der Neuruppiner Knabenschule eine Lehrstelle erhalten. Im Jahre 1864 bewarb er sich um die Turnlehrerstelle an der Bürgerschule, der späteren Mittelschule. Zu dieser Zeit wirkte Loose bereits als Turnwart des drei Jahre zuvor von ihm mit begründeten Männerturnvereins. Auf seine Initiative meldeten sich die ersten Turner zur Gründung einer eigenen Feuerwehr. Sie bewährte sich bald. Deshalb erhielt die Wehr 1872 auch eine zweite Spritze, vier Wasserwagen sowie eine einheitliche Ausrüstung vom Magistrat. Die Buchstaben T. u. F. auf den Drillichblusen wurden ihr äußeres Kennzeichen. Unermüdlich vertrat Loose die Belange der Wehr gegenüber Behörden und Personen. Auf seinen Vorschlag erhielt das Spritzenhaus an der Klosterkirche einen Steigerturm für Ausbildungszwecke und zum Trocknen der Schläuche. Fast dreißig Jahre hatte Carl Loose an der Spritze der Turnerfeuerwehr gestanden, als er am 11. März 1897 im Alter von 57 Jahren verstarb.

 

 

1. Der große Stadtbrand und das Feuerlöschwesen 2. Der Beginn der freiwilligen Brandbekämpfung
3. Die Turner-Feuerwehr bewährt sich 4. Das Wachstum der Stadt verlangt eine neue Feuerlöschorganisation
5. Die Feuerwehr fordert ein zeitgemäßes Gerätehaus 6. Motorkraft ersetzt den Pferdezug
7. Die Neuruppiner Wehr im Kriegseinsatz 8. Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
9. Die Stellung und Verantwortung der Wehr ändert sich 10. Die Neuruppiner Wehr ist leistungsstark
11. Kameradschaft und Tradition prägen die Wehr 12. Die Neuruppiner Brandschützer in den Wendejahren 1989/-90