4. Das Wachstum der Stadt verlangt eine neue Feuerlöschorganisation

4. Das Wachstum der Stadt verlangt eine neue Feuerlöschorganisation

 

An der Schwelle zum 20. Jahrhundert lebten in Neuruppin etwa 16.000 Einwohner. Die Inbetriebnahme des Paulinenauer Bahnhofs, der Bau der Landesirrenanstalt (heute Ruppiner Kliniken), des "Stadtgartens", höherer Wohnhäuser und vor allem die Fertigstellung der städtischen Wasserleitung stellten an die Feuerwehr neue Anforderungen. Andererseits hatte die Turnerwehr Schwierigkeiten aus dem Turnverein genügend Nachwuchskräfte zu gewinnen. So mussten auch Nichtmitglieder des Turnvereins in die Wehr aufgenommen werden. Deshalb beschloss die Wehr im Mai 1897 ihre organisatorische Trennung vom Männerturnverein, um als eigenständige Feuerwehr zu wirken.

 

 

Die Führung und Gliederung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Neuruppin im Jahre 1899

 

In der Nacht vom 14. zum 15. Juli des gleichen Jahres breitete sich der Dachstuhlbrand des Hauses Friedrich-Wilhelm-Strasse 42 (heute Karl-Marx-Straße) auf das Hintergebäude und ein angrenzendes Wohnhaus aus. Durch das ungewohnt ständige Fließen des Wassers aus den Hydranten waren "die Häuser bis auf den Keller hinein aufgeweicht". Offensichtlich waren notwendige Kommandos wie "Wasser marsch!" bzw. "Wasser halt!" nur unzureichend befolgt oder aber noch nicht eingeführt worden. Die Organisation und das taktische Vorgehen mussten jedoch den veränderten Einsatzbedingungen entsprechen. Die Wehr bestätigte die Kritik. Der Magistrat hatte aber bereits Schritte für eine zweckmäßige und veränderte Organisation des Feuerlöschwesens getan. Die Feuerwehr sollte auf die Grundlage der gesamten Bürgerschaft gestellt und durch zahlreiche Beitritte gestärkt werden. Der Aufruf des Bürgermeisters dazu fand breiten Widerhall. Am 6. September 1897 wählten 126 Mitglieder Bürgermeister Trenckmann zum Oberführer des Freiwilligen Feuerwehr e.V.. Diese Wehr war keine Einrichtung der städtischen Behörden, sondern ein eingetragener Verein (e.V.). Die Turner blieben jedoch der Wehr treu; 150 Mann betrug die neue Sollstärke. Eine Polizeiordnung übertrug der neuen Feuerwehr nun die gesamte Löschaufgabe in der Stadt. Neu war die Gliederung der Stadt in vier Feuerbezirke.

 

1. Der große Stadtbrand und das Feuerlöschwesen 2. Der Beginn der freiwilligen Brandbekämpfung
3. Die Turner-Feuerwehr bewährt sich 4. Das Wachstum der Stadt verlangt eine neue Feuerlöschorganisation
5. Die Feuerwehr fordert ein zeitgemäßes Gerätehaus 6. Motorkraft ersetzt den Pferdezug
7. Die Neuruppiner Wehr im Kriegseinsatz 8. Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
9. Die Stellung und Verantwortung der Wehr ändert sich 10. Die Neuruppiner Wehr ist leistungsstark
11. Kameradschaft und Tradition prägen die Wehr 12. Die Neuruppiner Brandschützer in den Wendejahren 1989/-90