Chronik

Der 26. August 1787 war ein Schicksalstag in der Geschichte Neuruppins. In nur sieben Stunden fielen durch einen verheerenden Flächenbrand über zwei Drittel der Stadt, darunter das Rathaus, 21 öffentliche Gebäude, die St.-Marien-Kirche, die reformierte Kirche, etwa 400 Wohnhäuser, 159 Neben- und Hintergebäude, 228 Ställe und 38 Scheunen, dem Feuer zum Opfer. Die Stadt Neuruppin war damals mit 3927 zivilen Einwohnern und 2956 Angehörigen der Garnison eine der größten der Mark Brandenburg. Acht Menschen sollen beim Feuer ihr Leben verloren haben, fast alle hingegen ihre Habseligkeiten. Es fehlte für die Abgebrannten an Obdach, Nahrung und Kleidung.

 

"... es war ein Sonntag wie heute, heiß und trocken die Zeit und wenig Wasser im Orte. Alle Leute waren, spazierend in festlichen Kleidern, auf den Dörfern verteilt und in den Schenken und Mühlen.


Und am Ende der Stadt begann das Feuer. Der Brand lief, eilig die Straßen hindurch, erzeugend sich selber den Zugwind. Und es brannten die Scheunen der reich gesammelten Ernte, und es brannten die Straßen bis zu dem Markt, ..."

 

Johann Wolfgang v. Goethe  (aus "Hermann und Dorothea")

 

 

Chronik der Feuerwehr Neuruppin

 

1238

Erste urkundliche Erwähnung von "Rapin"

1699 Über 100 Bürgerhäuser werden durch einen Brand zerstört
1787 Beim "Großen Stadtbrand" werden über 400 Häuser vernichtet
1827 Vor dem Rheinsberger Tor brennen 54 Scheunen ab
1844 Die "Feuer-Polizei und Löschordnung" für die Stadt Neuruppin tritt in Kraft und regelt das gesamte
Löschwesen
1867 Der Turnverein bildet am 06.08.1867 aus 30 Mitgliedern eine freiwillige Turner-Feuerwehr.
Begründer und Führer ist der Turnlehrer Carl Loose.
1877 Ersatzneubau des Spritzenhauses an der Klosterkirche
1890 Es bestehen die Turner und die gegen Entgelt eingesetzte städtische Feuerwehr
1895 XVII. Provinzial-Feuerwehr-Verbandstag in Neuruppin
1897 6. September:  Bildung der eigenständigen FFw Neuruppin aus der Turnerfeuerwehr und anderen Bürgern 
(Die Stadt hat 16.000 Einwohner. Erster Oberführer wird Bürgermeister Trenckmann. Die Wehr ist ein eingetragener Verein und zählt 126 Mitglieder.)
Die Wehr übernimmt durch Polizeiordnung das gesamte Löschgeschäft; Hydranten der städtischen Wasserleitung werden erstmals zur Brandbekämpfung  benutzt
1904 Gliederung der Wehr in Löschzüge
1908 Das "Ortsstatut zur Regelung des Feuerlöschdienstes" und die "Kreisfeuerpolizei- und Löschordnung" treten in Kraft
1927 Einweihung des neuen Geräte- und Wohnhauses in der Schinkelstrasse. Die Wehr zählt 124 aktive und 381 passive Mitglieder.
Die Technik wird modernisiert.
Neugliederung der Wehr in Stadt-Autolöschzug, drei Löschzüge, Ordnungszug und Kreis-Autolöschzug
1928 30. Provinzialverbandstag der Brandenburgischen Feuerwehren in Neuruppin
1938 Auflösung der Feuerwehrvereine und -verbände, Umbildung zur Hilfspolizeitruppe: Neue Löschfahrzeuge und Technik werden zugeführt. Die aktive Wehrstärke beträgt 101 Mann.
1943/45 Einsatz der Feuerwehr nach Luftangriffen in Berlin, Oranienburg und Neuruppin
1945/46 Die Freiwillige Feuerwehr organisiert sich neu. Sie gewährleistet trotz Schwierigkeiten zunehmend den Brand- und Katastrophenschutz in der Stadt Neuruppin und auch im Kreisgebiet Ruppin.
Die Wehrstärke beträgt 42 Kameraden. Zugleich besteht eine städtische Berufswehr aus 7 Mann.
1950 Die Freiwillige Feuerwehr unterstützt mit 30 Mann und einem Löschfahrzeug 8 das städtische Kommando Feuerwehr
1963 30. April: Das Kommando Feuerwehr wird aufgelöst.
Die FFw übernimmt die gesamte Ausrüstung und Technik.
Die 60 Kameraden mit Wehrleiter Bruno Elmer übernehmen den vorbeugenden und operativen Einsatz.
1966 Die Frauengruppe der FFw wird gebildet.
1978 Neugliederung der Feuerwehr:  Die FFw Bechlin und Treskow werden Kommandostellen der Neuruppiner Wehr. Die Gesamtstärke  beträgt nun 107 Wehrangehörige. Zur Ausrüstung gehören 6 Lösch- und Sonderfahrzeuge.
1979 Anerkennung als "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr"
1990/91 "Wende" auch in der Feuerwehr der Stadt Neuruppin, der bisherige langjährige Wehrführer Karl-Heinz Köppen wird Kreisbrandmeister und auch Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes.
1991 Juni:  Fünf Kameraden werden hauptamtlich in der Feuerwehr beschäftigt. Einmalig erfolgt die Wahl der Wehrführung durch die Mitgliederversammlung der Feuerwehr. Wehrführer wird Kamerad Wolfgang Hohenwald, seine Stellvertreter sind Wolf-Dieter Zuerbel und R. Jachnick.
1992 Die Wehrführung wird nach Neuwahl durch die Stadtverordnetenversammlung bestellt. Stadtbrandmeister wird Wehrführer Wolfgang Hohenwald.
2. bis 4. Oktober:  Die Feuerwehr begeht ihr 125-jähriges Bestehen mit dem 1. Landesfeuerwehrtag des Landesfeuerwehr-Verbandes Brandenburg e.V. mit Wettkämpfen, Ausstellungen und Vorführungen im großen Rahmen für die Einwohner der Region und ihre Gäste. Zu Gast ist auch der Vorsitzende des Deutschen Feuerwehr-Verbandes Hinrich Struve.
1993 Die Gebietsänderung der Stadt Neuruppin wird vollzogen. Damit erfolgt die Übernahme von 13 Gemeinden als Ortsteile der Stadt Neuruppin.

 

1994 Die Feuerwehr Neuruppin wird neu formiert. Es erfolgt eine Gliederung in Züge und Gruppen, denen zum Teil Spezialaufgaben zugeordnet werden. Der Zug Alt-Ruppin übernimmt die Wasserrettung und die Ölwehr.
1995 Beginn der Baumaßnahmen an der Hauptwache in einem Wertumfang von etwa 10 Millionen DM.
14. April - Karfreitag:  "Schwarzer Freitag" für die Stadt und die Feuerwehr Neuruppin. Nach einer Gasexplosion arbeiten die Kameraden 10 Stunden ununterbrochen bis zur totalen Erschöpfung. Es ist der komplizierteste und anstrengendste, sich über Tage hinziehende Einsatz der Feuerwehr nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter der Bevölkerung sind 7 Tote und eine Vielzahl zum Teil Schwerverletzter zu beklagen. 24 Familien sind vorübergehend obdachlos.
1996 27. August:  Richtfest des Neubaus der Hauptwache
Dezember:  Nach der Neuanschaffung eines ELW1 und eines TLF 16/25 im Jahr 1996 durch die Stadtverwaltung Neuruppin erfolgt auch die Indienststellung eines Hubrettungsfahrzeuges "Bronto Skylift  F 32 MDT" als modernes Rettungsgerät erstmalig in einer Feuerwehr der neuen Bundesländer.
1997 07. Juni:  Offizielle Übergabe des ersten Bauabschnitts des Neubaus der Hauptwache an die Kameraden der Feuerwehr im Rahmen der 130-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Neuruppin.
1998 10. Oktober:  Die Freiwillige Feuerwehr ist Gastgeberin des Kreisleistungsnachweises Technische Hilfe.
2001 Die Hauptwache Neuruppin gehört nach weiteren Neuanschaffungen zu den modernsten Standorten im Land Brandenburg.
2002 11. Juli: In der Nacht kommt es im Altenheim Radensleben zu einem Brand. 114 Pflegebedürftige, zum Teil Bettlägerige Patienten und 3 Mitarbeiter werden gerettet. 7 Personen kommen mit leichten Verletzungen zur Bobachtung ins Krankenhaus. Nach 6 Stunden ist der Einsatz für die 100 Einsatzkräfte beendet!
  07. September: Die Feuerwehr Neuruppin feiert gemeinsam mit dem Land Brandenburg zum Brandenburgtag in Neuruppin ihr 135 jähriges Bestehen. Die Jugendfeuerwehr Neuruppin feiert ihr 10 jähriges Bestehen.
2003 27. Februar: Innerhalb einer Woche brennt es zum zweiten Mal im selben Wohnhaus im Neubaugebiet der Stadt. 65 Bewohner müssen durch die Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. 5 Bewohner müssen zur Sicherheit ins Krankenhaus. Die 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Polizei sind fast 6 Stunden im Einsatz.
2005 30. September: Der Stadtbrandmeister Wolfgang Hohenwald wird aus seinem Amt nach mehr als 15 Jahren verabschiedet. Neuer Stadtbrandmeister wird Kamerad Reinhard Jachnick. Seine Stellvertreter werden Wilfried Berk, Axel Zoschke und Thomas Fechner.
  03. Oktober: Der langjährige Kreisbrandmeister Karl Heinz Köppen wird aus seinem Amt verabschiedet. Neuer Kreisbrandmeister wird Kamerad Wolfgang Hohenwald. Einer seiner Stellvertreter wird Kamerad Ralf Leppin.
2007 Die Feuerwehr der Stadt Neuruppin wird 140 Jahre alt. Erstmalig wird mehrmals im Jahr gefeiert. Es finden Ausstellungen zur Geschichte der Feuerwehr, Ausverkaufte Theateraufführungen, der Kreisleistungsnachweiß und zum Abschluss der traditionelle Feuerwehrball statt.

 

 

 

 

1. Der große Stadtbrand und das Feuerlöschwesen 2. Der Beginn der freiwilligen Brandbekämpfung
3. Die Turner-Feuerwehr bewährt sich 4. Das Wachstum der Stadt verlangt eine neue Feuerlöschorganisation
5. Die Feuerwehr fordert ein zeitgemäßes Gerätehaus 6. Motorkraft ersetzt den Pferdezug
7. Die Neuruppiner Wehr im Kriegseinsatz 8. Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
9. Die Stellung und Verantwortung der Wehr ändert sich 10. Die Neuruppiner Wehr ist leistungsstark
11. Kameradschaft und Tradition prägen die Wehr 12. Die Neuruppiner Brandschützer in den Wendejahren 1989/-90